07.12.2006
Noch knapp 24 Stunden und wir sitzen im Flieger. Schon ein schönes Gefühl, wenn man weiß, dass man gleich Urlaub hat und dem kalten Deutschland entfliehen kann um den Sommer ein wenig zu verlängern. Nach endlosen Recherchen im Internet, Tonnen von gelesenen Reiseführern, langweiligen aber auch interessanten Gesprächen mit Angehörigen und Freunden, endlosen Erklärungen an Kollegen, die wissen wollten, wo denn nun eigentlich dieses Land liegt in welches wir fahren ….an dieser Stelle danke an Hela und Ihre Weltkarte im Büro!!!…fühlen wir uns bestens gewappnet unseren mehr als verdienten Urlaub anzutreten. Tja warum eigentlich mehr als verdient werden sich alle fragen!? Kann ich Euch sagen:
” Ich hab ihn verdient, weil ich mich die ganze zeit selbst ertragen muss und Birgit muss mich ja auch ertragen”…Das dürfte als Grund ausreichen…und wer mich kennt würde weder mit mir, noch mit Birgit tauschen wollen…An dieser Stelle Danke an Birgit, da sie mich scheinbar wirklich den ganzen Tag ertragen will!!!!
Aber weiter zu unseren Vorbereitungen!
Ganz witzig war auch die Beantragung des Visa….da kommst du so als Durchschnittsdeutscher an ein Haus irgendwo im Süden Berlins….ein wirklich hübsches Haus mit Fahne im Garten ( Hätte Myanmar bei der WM mitgemacht, wäre die Fahne im Sommer der Oberhammer gewesen), öffnest die Tür und bist in Asien…nicht wirklich…ich weiß….aber es sah dort zumindest so aus. Fehle nur noch die süße kleine Oma mit ihrem Straßenstand mit leckeren Hühnerfleischspießen o.ä.
Also der große René im kleinen Asien mitten in Berlin. Ich wurde nett begrüßt und hatte auch nicht wirklich Probleme unsere Pässe abzugeben. Jedoch als ich dann nach einem Beleg fragte für unsere Pässe und die entrichtete Visumgebühr (immerhin 50€) fragte, lächelte die Dame nur und meinte nicht nötig, sie sei immer da. Na gut, ich ging von klein Asien wieder nach Deutschland und hoffte eine Woche lang, dass der Frau nichts passiert und sie auch nicht krank wird. Eine Woche später fiel mir ein Stein vom Herzen als ich sie sah und dann tatsächlich auch die Pässe ausgehändigt bekam. Ja…auch die Visa waren drin.
Dann noch reichlich Medikamente besorgt. Danke an die Person die jetzt weiß dass Sie gemeint ist
Denn in Myanmar soll die ärztliche Versorgung zu wünschen übrig lassen.
Und jetzt noch die letzte Nacht schlafen und dann gehts morgen früh endlich los nach Frankfurt Main und gegen 20 Uhr Richtung Dubai. Gegen 18 Uhr Ortszeit also 12:00 Uhr in Deutschland werden wir in Bangok landen und uns mit Matze treffen, der am nächsten Tag dann nach Berlin zurück fliegt.
von Bangkok nach Yangon und jetzt muede…..
11.12.2006
nach einem, etwas langen Flug und Aufenthalt auf dem Airport in Dubai und dann noch nem Flug und dann noch ner echt langweiligen Busfahrt……kamen wir, nachdem wir 24 Stunden unterwegs waren, endlich in der Kao San Rd. in Bangkok an. Da wir uns gegen 20.00 Uhr mit Matze verabredet hatten, durfte dieser noch 2 STunden auf uns warten. Uns begegnete dann ein sehr durstiger, ausgemergelter und brauner, frisch taetowierter und ueberaus froehlicher Matze. Auch wenn es sonst keine Freude ist, Matze zu sehen, so waren wir doch ein wenig gluecklich…
Nach ausgiebiger Umarmung und den ueblichen Freundlichkeitsfloskeln zogen wir mit Matze um die Haeuser… 15 Bier spaeter waren wir alle kurz vor dem Verlust unserer Muttersprache.. bis auf Matze, der unterhielt sich mit allen in der Strasse befindlichen Thaidamen/Ladymen..
Irgendwann gingen wir dann alle ins Bett und verabredeten uns fuer den naechsten Morgen zum Fruehstueck.
Nach einer nur allzu kurzen Nacht, trommelten wir wie wild an Matzes Hotelkammertuer… Sein Zimmer hatte ca. 4 qm..
Bis Matze seinen schaebigen Koerper gereinigt hatte, konnte ich noch zum Schneider und liess mich vermessen. In ca. 3 Wochen kann ich dann 2 Anzuege und einen Smoking abholen!
Zu dritt fruehstueckten wir gemuetlich, wobei Matze bei jeder Bestellung einen Kuss von der thailaendischen Bedienung verlangte.. Ohne Erfolg!
Matze wurde standesgemaess mit viel Traenen und Geheul verabschiedet und befindet sich nun schon wieder im kalten Deutschland .. Hi Hi!
Wir verliefen uns noch fuer ca. 6 Stunden in Bangkok City auf der Suche nach einigen Sehenswuerdigkeiten, die ich versprach, Birgit zu zeigen .. es jedoch nicht halten konnte, da ich diese leider nicht wiederfand.
Aber was kann ich dafuer, wenn die Thais einfach mal seit meinem letzten Besuch alle Sehenswuerdigkeitn in Bangkok umgestellt hatten.
Schoen war allerdings, dass ich trotz meiner eigentlich ja vorhandenen maennlichen Super Orientierung den Nachhauseweg haette finden muessen, ihn mir dann jedoch durch die Frau an meiner Seite zeigen liess…
Aber was kann ich dafuer, wenn die Thais in meiner Abwesenheit auch noch die Himmelsrichtungen vertauschten!!!
Neuer Tag neues Glueck.
schlaflos in Myanmar/Yangon
Geplant war es, 3 bis 4 Stunden zu schlafen, um dann den Airport puenktlich um 5 Uhr zu erreichen.
Dank Malarone, unserer Malaria-Prophylaxe, sollte uns das allerdings nicht vergoennt sein.
Realitaet wurde, dass jeder von uns, zu unterschiedlichen Zeiten, ca. 30 Minuten schlief und wir dann verstaendlicherweise ein wenig muede, quaengelig und haesslich (Rene sagte zu mir, ich wuerde doof aussehen)…..stimmt nicht!!!!(Rene)— am Airport nach ca 15 Minuten rasanter Todesfahrt durch die Strassen von Bangkok ankamen. Am Tag zuvor brauchten wir fuer die selbe Strecke ca. 90 Minuten. (Und nur 10 Minuten entstanden durch Stau.)
Nochmal ein grosses Danke an unseren thailaendischen Schumi!
Jetzt waren wir wach!
Nach einem doch recht ruhigen Flug in einem doch recht zerschrammten Flugzeug (Baujahr 1980) durften wir offiziell auf dem Myanmar International Airport auf Gate 1 (von 1) einreisen.
Zu bemerken bleibt, dass dem International Airport noch weitere Gates hinzugefuegt werden sollen, aehnlich dem Grossflughafen Schoenefeld, nur ohne Grossflughafen und Schoene..
Die Abfertigung auf diesem suessen Flughafen war sehr freundlich und passierte ohne Taschenkontrollen, hervorgezeigten Grosshandfeuerwaffen und anderen Schikanen, die so manchen Europaeer noch immer vorschweben, wenn er unwissend ueber Myanmar redet.
Dieses Bild festigte sich, als wir gleich nach Abfertigung von einem ueberaus freundlichen Hostel-Angestellten in Empfang genommen wurden und uns in sein Auto, welches 3x so alt war wie das Flugzeug, verlud.
Die Fahrt war interessant und aufschlussreich, da wir die Fahrt zum Hostel gleich mit der ersten Sightseeing-Tour verbinden konnten. Auch kann er super english und hat uns schon viel uebers Land aufgeklaert.
Zu erwaehnen bleibt auch, seine selbstgebastelten Bassbox aus Schichtholz und einer sagenhaften Groesse von 20×20 cm und dem Sound einer Katze, der man gerade auf den Schwanz getreten hatte.. Dennoch sein ganzer Stolz.
Nicht nur der Service ist hervorragend, auch das Zimmer fuer 15$ mit aircon und eigenem Bad wird wohl das schoenste des Urlaubs bleiben.
Aufgrund des akuten Schlafmangels und der Haesslichkeit, verschoben wir Geldtausch und Marktbesuch auf later und legten uns erstmal fuer 4 Stunden schlafen. Eine Freude!!!
Nachdem wir jetzt mittelmaesig gut aussahen, fuhren wir mit einem gecharterten Taxi (inkl. 2. Fahrer/Reisefuehrer und ueberaus begeisterten Betelnusskauer, was an seinen roten Zaehnen unschwer zu erkennen war) erst zur Travel Agency, um unser Bussticket fuer die morgige Weiterfahrt zum Golden Rock zu erstehen. Dann noch schnell ins Ghetto Geld wechseln. Haetten wir gewusst, dass man fuer 200 $ umgerechnet 4 Schubkarren voll Geld bekommt, waeren wir vorher doch noch zum Markt gefahren, um diese zu kaufen.
Nun gut. Mit dem Gefuehl, welches ein neureicher Russe hat, wenn er nach Dschld. kommt und mindestens genauso vielen Scheinen in der Tasche, fuhren wir nach 2 Stunden Scheine zaehlen als very rich people von dannen.. Dann essen im Hotel – aeuserst lecker! Und dann zur Shwedagon-Pagode – wunderschoen! Uns fehlen die Worte, daher seht ihr demnaechst Bilder.
Auf dem Rueckweg war es leider schon dunkel. Da hier Licht leider nur von der Sonne und von Kerzen kommt, machten wir uns im Dunkeln unterbrochen von einigen Schlaglochklettereien auf den Heimweg.
Der Mann von uns wusste den Weg wieder nicht. Die Frau aber auch nicht. Darum entschlossen wir uns doch noch ein Taxi zum Hotel zu nehmen und sind jetzt schon wieder muede.
Das Internet ist hier ein Krampf. Hinzu kommen alle 10 Minuten Stromausfaelle..
Eben 3. Welt live.
Wir wissen nicht, wann wir wieder schreiben koennen. Wundert euch also nicht, wenn ihr erst wieder in einigen Jahren von uns hoert..
jetzt am Inle See
Ja….da sind wir wieder….einige Tage spaeter am Inle See. Aber zuvor noch was wir bisher erlabt haben:
Nach Yangoon sind wir mit dem Bus zum Golden Rock gefahren/ gehuepft und gestaucht……Tja die Strassen sind hier irgendwie anders….meist nicht als solche zu erkennen und wenn Asphalt drauf ist dann auch nur um die Loecher herum. Alles in Allem haben wir fuer ca 100 km 7 Stunden gebraucht. Das ging noch….das dicke Ende ist die Fahrt zum Inle See…..aber dazu spaeter. Auf der Fahrt haben wir Wilfried den alten Seemann kennengelernt der jetzt in Rente ist und im Winter immer so 4 Monate durch die Welt zieht, ohne Frau, weil es mit der immer so stressig ist….. Tja Maenner denkt Euch Euren Teil…..grins.
Am Rock im Basekamp angekommen….uebrigens hab ich bei den Burmesen immer Basecap verstanden….und wusste nicht so richtig wo wir hinfahren, fanden wir eine ganz nette Unterkunft. Birgit fand sie ein wenig einfach und damit keine Spinnen und boesen Geister kommen, musste ich noch nen Moskitonetz aufbauen, was echt schwierig ist wenn man nur vier Naegel in irgendwelchen Waenden hat und 3 m Faden, obwohl man 5m braeuchte. Aber jahrelanges Mac Gyver schauen zahlt sich eben irgendwann aus.
Dann gings zum Aufstieg Richtung Felsen. In Resefuehrer Stand zuvor noch 40 min Pick Up fahren….hoert sich ja auch spannend an….erstmal…..
Pick up….heisst hier dann soviel wie LKW mit Laderampe, darauf installiert alle 30 cm ein Querbalken und dann 40 Leute auf die Laderampe gescheucht und alle sitzen so auf Balken nebeneinander wie Voegel auf ner Stange. Tja….hier sind die Leute alle 140 bis 150 gross…. da mag das gehen…aber dann Rene mit seinen 1,95m und Birgit mit 1,73m….ja es war eng!!!!!
Aber das war ja noch nicht das Ende….Auch von Gewinnmaximierung hat man in der dritten Welt schon mal was gehoert….also noch mal 20 Leute dazu und wenn es nicht mehr geht dann wird eben so lange gedrueckt bis sich irgendein Koerper einem noch verbliebenen Zwischenraum anpasst…..ja jetzt war es richtig gemuetlich. Athmen war zwar nicht mehr moeglich aber ist ja auch egal, denn umkippen geht nicht auf der folgenden Fahrt war es so huckelig, dass aufgrund zahleicher Ellenbogen, Beine, Koepfe, Popos, Kinderfuessen und ahnlichem immer irgendentwas eine Herzrythmusmassage durchfuerte und man automatisch wiederbelebt wurde. Ja wir wollten ja auf unserer Reise den Menschen hier nahe kommen.
Nach 40 Minuten Fahrt kamen wir dann an der Menschenabladestation an. Alle runter vom Kipper und auf Richtung Felsen….45 min Aufstieg in heisser Sonne und unterwegs ueberall Staende mit Schlangenblut, Baerentatzen, Moskitospeichel und aehnlichem…..soll wohl alles ne heilende Wirkung haben und wenn es so richtig in der Mittagssonne schlecht werden kann ist das wohl besonders gut….die Pilger stehen jadenfalls drauf. Oben angekommen, mussten wir mal wieder den hier ueblichen Eintritt an die regierung zahlen, denn die Waffen und Panzer mit denen man hier das Volk und einzelne Volksgruppen unterjocht, muessen ja irgendwie bezahlt werden und da kommen die Touris ja gerade recht…. Hier trafen wir auch Wilfried den Seemann wieder ihm wurde gerade die Kamera geklaut……hat sich dann aber bei Polizei und Militaer beschwert und die haben ihm die Kamera dann wieder besorgt…..Es Lebe der Geheimdienst in Myanmar….Wahnsinn!!
Der Ausblick von hier oben war traumhaft und auch die buddistische friedliche Stimmung war toll. Wirklich ein Ort zum Verweilen, was wir auch taten, bevor wir uns auf den Rueckweg machten. Auf halbem Weg nach unten nahmen wir noch eine Kokusnuss zu uns in einem kleinen Suessen Cafe welches aus lose zusammengenagelten Brettern am Abgrund gebaut wurde.Danach war ich das Laufen muede und liess mich den Rest des Weges fuer 5 Dollar in einer Senfte nach unten tragen….irgendwie hatte ich ein schlechtes Gewissen, und habe den vier Maennern die mich trugen noch ne Coke spendiert, die sie nicht wollten und lieber das Geld einsteckten… Unten angekommen ging weiter wieder auf unseren SUPERPICKUP und dann gemuetlich in unsren Bungalow. Rueckahrt war wie die Hinfahrt, nur dass noch 10 Mann mehr auf dem Pickup waren und es dunkel war und man somit die Schlagloecher nicht sehen konnte…..
Abends waren wir dann etwas fertig und sind gleich nach einem wirklich leckeren Burmesichen Essen schlafen gegangen, da wir ja am naechsten Morgen ueber Bago zum Inle See wollten.
Wir standen so gegen 6 Uhr auf und gingen dann nach der morgendlichen Koerperhygiene, Birgit mehr….ich weniger, zum Fruehstueck. Es gab wie hier ueblich Ruehrei und Toast mit Marmelade….hat man sich wohl; von den Englaendern damals abgeschaut.
Gegen 8 Uhr kam unser Bus wir hatten Platz 1 und 2…..die bequemsten Plaetze in den ansonsten wirklich sehr alten Bussen. Darauf sollte man bestehen, wie wir noch lernen sollten. Dann ging es durch wunderschoene Landschaft, Feldern, welche von Bauern noch mit Ochsenpflug bearbeitet werden, Shrimpsfarmen und kleinen Doerfern mitten in Bananenplantagen, zahlreichen Stupas (so goldene Glocken in der Landschaft mit religioeser Bedeutung, mit denen sich Buddisten in ein besseres Leben nach ihrem jetzigen dasein einkaufen wollen) bis nach Bago. Hier Empfing uns der Bruder vom Bruder des Cousin von unserem Bungalowbesitzer am Golden Rock um uns die Stadt zu Zeigen und unsere Tickets fuer die Weiterfahrt zu kaufen. Wir wurden mit unseren Rucksaecken jader auf ein Moped geladen und dann inklusive Mopedfahrer ins Hotel des Bungalowbesitzercousins gebracht. Rucksaecke abgestellt und dann erstmal in eine Seitenstrasse zum Essen gefahren. Hier assen wir echt lecker und sehr guenstig ( 2 Personen= 1 Dollar). Dann gings weiter in das zweitgroesste Kloster Myanmars wo wir den Alltag der Moenche inklusive Schlafraum, Gebetshalle, Reiskueche, Essensraum und Lernraum zu Gesicht bekamen. Mit unseren Beiden Motoradfahrern verstanden wir uns sehr gut u8nd man schleuste uns sogar heimlich an den Regierungsbezahlstellen vorbei und so sparten wir 20 Dollar Eintrittsgelder. Weiter ging es zum liegenden Budda, einer Stupa und der Reinkarnation- snake….keine normale Schlange. Sie war mal eine Gottheit, hat einen Menschen geheiratet und ist darum gestorben und als Schlange wieder auf die Welt gekommen. Dann ist sie vom Inle Lake ca. 300 km durchs Land gewandert zu Ihrem Vater, wo sie noch heute lebt. Komisch an der Geschichte war nur, dass die Schlange wohl 137 Jahre alt ist und der Vater erst geschaetzte 70 Jahre alt war. Dennoch eine schoene Geschichte und ein schoenes Bild Schlange und Vater so friedlich beisammen. Wir durften diese 6m lange fette Schlange natuerlich auch streicheln und als wir dann noch etwas Geld spendeten mussten wir die Haende auf die Schlange legen, die echt gelangweilt aussah, und der Vater sprach ein Gebet. Na ja, wir haben uns wohl jetzt gute Traeume und ein langes Leben erkauft.
Nach diesem bisher einmalig schoenen Tag ging es dann zum Busstop wo wirt noch ne halbe Stunde auf unseren Bus warteten.
Wie man uns erzaehlte war der Bus das Beste was in Myanmar aufzutreiben ist….mit Klimaanlage, bequemen Schlafsesseln, Platz ohne Ende, Videoprogramm, nettem Service, supergeiler Federung und allem was sich ein kleines Travelerherz so wuenscht, wenn es 16 Stunden Busfahrt vor sich hat fuer nur 300 km.
Der Bus kam!!!!!!!!!!!
Okay, da stand ein Bus….aber gewiss nicht unserer….
Unsere Rucksaecke wurden verladen…mhh…. doch unser Bus???
Tja, als wir die Tickets zeigten nickte der Fahrer und wies uns mit seinem Betelzerkauten Gebiss irgendetwas sagend unsere Plaetze zu. Diesmal nicht Platz 1 und 2…..schade…
Wir sassen ganz hinten in der letzten Reihe und da mussten wir auch erstmal hingelangen, denn der ganze Bus war voll mit Menschen, alle 30 cm eine Sitzreihen und als waere das noch nicht eng genug hatte man da wo normalerweise ein Gang ist auch noch Klappsitze installiert auf welchen es sich Menschen gemuetlich gemacht hatten……und Gepaeck hatten diese Leute natuerlich auch noch und da unten im Bus kein Platz mehr dafuer war, da da ja die reissaecke lagen mit denen sich der Fahrer nebenbei noch watt verdiente, war der ganze Krempel eben auch noch oben drin..
okay, jetzt klettern…
Reinhold Messner hat ja auch den Mount Everest bestiegen.. also sollten wir das auch schaffen! Hinten angekommen war uns ein wenig heiss. Das konnte zum einen daran liegen, dass wir gerade geklettert waren oder daran, dass die Klimaanlage nicht funktionierte.. Aber noch besser – es gab keine Klimaanlage!!
Und noch viel besser – wir sassen hinten, wo sich der Motorblock befindet, welche keine ausreichende Kuehlung besass und somit die Hitze schoen nach oben zu uns abstrahlte. Nun haette man denken koennen, dass einige Leute zumindest ein Fenster oeffnen, damit der Fahrtwind alle ein wenig abkuehlt. Aber nein! Wenn man einen teuren Bus gebucht hat, und der Mythos vom Luxus im Bus besteht, darf dieser ja nicht fuer Aussenstehende zerstoert werden, indem man ein Fenster oeffnet und es dann gar nicht mehr nach Klimaanlage aussieht. Einige wenige Chaoten zogen sich sogar noch Daunenjacken ueber, weil geschaetzte 50 Grad Hitze ja noch nicht genug sind.
Nun aber zu unseren Sitzen.. Man stelle sich vor, man steht auf einer Baustelle und wird mit schnellhaertendem Beton uebergossen. Dieser Betonquader wird in einen lodernden Hochofen gepackt und man verweile so gemuetlich 16 Stunden.
Nicht einmal die kleine Birgit hatte auch nur annaehernd ausreichend Platz, die Knie stiessen gegen die gemuetlichen Liegevordersitze (die wir aufgrund der letzten Reihe und des dahinter geparkten Gepaecks natuerlich nicht hatten), an den Schultern ueberlagerten sich fremde Schultern und im Ruecken hatte man das eben beschriebene Gepaeck. Und dass die Fuesse vom Motor gekuehlt wurden, hatte ich ja schon erwaehnt.
An Schlaf war also nicht zu denken. Also vertrieben wir uns die Zeit mit heimlichen Fensteroeffnen, um zumindest ein wenig Sauerstoff zu bekommen. Und alle 2 Stunden mit froelichem Raten, welche Panne der Bus denn diesmal hatte, wenn saemtliche Personen im vorderen Bereich des Busses mit Werkzeugkoffern aus dem Bus stiegen und wie wild draussen herumbastelten und -klopften. Nebenbei gab es noch Passkontrollen des Militaers, bei welchen alle Personen, egal wie eingequetscht sie sassen, den Bus verlassen mussten und nach vorgezeigten Paessen wieder einsteigen durften.
Gegen 6.30 Uhr morgens kamen wir gut durchgeruettelt (auch die Strassen hatte ich ja schon beschrieben) in Kalaw, einer kleinen Stadt in den Bergen, an. Hier musste Birgit erstmal unter Traenen feststellen, dass man ihr waehrend der Bussfahrt die Knoechel geraubt hatte und stattdessen einige Liter Wasser in die Beine gepumpt hatte. Man sah das scheisse aus – das war sogar ihre Meinung. So ist sie erstmal ne Runde Wassertreten .. aeh sich die Beine vertreten gegangen und mutterseelenallein diese kleine Stadt, welche netterweise nur von ca. 30cm grossen Spinnen bevoelkert wurde, erkundete. Ich trank waehrenddessen gemuetlich einen Kaffee..
Dann nahmen wir uns einen weiteren Gammel-Bus und fuhren nochmal 2 Stunden fuer 30 km zum Inle-See. Hier haben wir eine nette Pension gefunden und auch schon 2 Tage auf und an dem Inle-See verlebt.
Weitere heitere Episoden von unserer Boots- sowie Radtour folgen im naechsten Kapitel.
Morgen gehts weiter nach Bagan. Diesmal mit dem Zug und hoffentlich etwas entspannter…
Einbeinfischer und malerische Zugfahrt
nachdem Birgit ihre Knoechel gluecklich wieder gefunden hatte (waren im Rucksack..) Ha ha (Birgit) hatten wir noch eine 2 stuendige holper-Busfahrt von Kalaw zum Inle See vor uns. Aber auch diese ueberstanden wir ohne weitere Blessuren. Und so konnten wir gleich nach der Ankunft am See ein wirlich nettes Hostel finden und selig den Tag verschlafen.
Gut ausgeruht standen wir gegen Abend auf und machten uns auf die Suche nach etwas Essbaren. Wir waren ein wenig tired of rice.. und so kehrten wir in einer kleinen, gemuetlichen Kneipe ein, welche italienisches Essen allererster Guete fuer unseren recht strapazierten Magen bot.
Die Pasta war wirklich ein Gedicht. Birgit verabreichte sich einen Pancake und eine Pasta, fand alles ganz koestlich und hatte endlich wieder gute Laune.. Ha Ha (Birgit)
Danach waren wir so voll gefuttert, dass wir erstmal wieder in s Bett sind und am naesten Morgen bei strahlenden Sonnenschein erwachten.
Nun sollte es auf Entdeckungstour Richtung InleSee gehen, wo ja die beruehmten Einbeinfischer zugange sind. Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich: welche Einbeinfischer???
Tja, daran merkt man, dass eure Allgemeinbildung sehr zu wuenschen uebrig laesst.
Um euch auf die Spruenge zu helfen, die Fischer stehen hier auf ihren Boten mit einem Bein und rudern mit dem anderen Bein, da sie beide Haende frei halten muessen, um mit dem Netz Fische zu fangen. Fische sind die Wesen, die sich mit Flossen im Wasser fortbewegen und bei denen beim Essen immer die haesslichen Graeten im Hals haengen bleiben…
Nachdem wir einen Fischer gefunden hatten, der uns fuer einen wirklich guten Preis ( 10 $) zu den schwimmenden Gaerten auf dem See, den heissen Quellen und den Fischern fahren sollte, setzten wir uns ins Boot und fuhren los. Ein Blick in den Reisefuehrer verriet uns, dass der Preis des Fischers wirklich gut war… fuer ihn! Normal sind 5!! $ !!
Wir betrachteten den Aufpreis als kleinen Beitrag zur Entwicklungshilfe und genossen die wirklich malerische Landschaft des InleSees. Nach einer Fahrt durch schwimmende Tomatenbeete und zahlreiche auf Stelzen errichtete Fischerdoerfer fuhren wir zu den heissen Quellen. Diese erreichten wir auch, nachdem wir angelegt hatten UND 15 Minuten Fussmarsch zurueckgelegt hatten. Von aussen war nichts zu sehen, ausser einer Art Badeanstalt nach Sibirischem Standard. Die Bisichtigung dieser sollte 1 $ kosten und wer baden wollte, musste 4 $ berappen. Da wir nicht wussten, wie die Quellen aussahen und hinter den Mauern das Paradis vermuteten, entschlossen wir uns pro Person 4$ zu zahlen und freuten uns auf angenehmen Badespass in heissen Quellen.
Wie sollte es anders sein.. Das boese Erwachen kam… gleich nach dem Eingang.
Badezeit hoechstens 20 Minuten… Dann ein Blick um die Ecke… und eine betonierte, eingemauerte Flaeche mit 3 Badewannen voll mit warmen, gelben Wasser kamen zum Vorschein. (Hab ich in meinem Bad auch, wenn ich mir 3 Wochen die Fuesse nicht wasche und dann heiss Wasser einlasse..)
Na gut, was solle es, 8$ waren bezahlt und Arschbomben in Badewannen machen ja auch Spass… auch wenn diese verboten waren… Hi Hi!
Danach gings dann nochmal auf den InleSee, wir haben unsere Fischer gesehen (Ich hab ne Menge, Menge, unglaublich viele, um nicht zu sagen Millionen Fotos davon gemacht) und sind auch gut wieder heim gekehrt.
Am naechsten Tag beschlossen wir eine Radtour zu machen und beschlossen kurze Zeit spaeter, diese auch wieder zu beenden. Zum einen gab es keine Fahrraeder in meiner Groesse, zum anderen gab es keine Sattel auf den Fahrraedern fuer verwoehnte europaeische Hintern. Weiterhin gab es auch keine Strassen, sondern nur Holperpisten, aehnlich wie auf unserer Busfahrt…. Alles in Allem also keine gute Mischung…
Nichts desto trotz konnten wir in der wenigen Zeit auf dem Fahrrad in einige Fischerdoerfer vordringen, uns von dreckigen, dennoch supersuessen Kindern anbetteln lassen und sind alle unsere Suessigkeiten los geworden (und haben auch davon ne Million Fotos gemacht).
Am folgenden Tag sollte dann die Weiterreise anstehen.. Nachdem wir vom Busfahren – wie schon beschrieben – gehoerig die Nase voll hatten, entschlossen wir uns, zu einer Zugfahrt in der Upperclass.
Schon der Fahrkartenkauf war ein Abenteuer. Wir brauchten 5 Mann um eine Fahrkarte auszufuellen. Als wir diese dann endlich hatten, sollte das Einsteigen ind den Zug, welcher schon bereit stand, noch eine halbe Stunde auf sich warten lassen. Das war fuer uns die Gelegenheit, zu beobachten wie die Einheimischen Tonnen von Gepaeck in Saecken, vernagelten Kisten und undefinierbaren Buendeln in die Abteile der Ordinary Class stopften. Nach einer halben Stunde sahen die Waggons aus wie unser Bus…. Nur waren noch nichtmal alle Menschen drin…. Und uns lief es vor Angst schon wieder kalt den Ruecken hinunter. Aber nicht so in der Upper Class!! Abgesehen davon, dass alles ein wenig (oder auch ein wenig mehr) herunter gekommen und dreckig war, hatten wir jedoch genug Platz und Beinfreiheit. Auch die defekten Sitze, welche sich nicht mehr in eine aufrechte Sitzposition stellen liessen (kein Sitz) hatten etwas von einer Mischung aus dreckigem Fernsehsessel und wenn man das Ruckeln des Zuges hinzu nahm – Hollywood-Schaukel.
So schaukelten wir also gemuetlich 12 Stunden lang 100 km bis nach Thazi. Bei den zahlreichen Zwischenstopps wurde immermehr Gepaeck in die Wagen der Ordinary Class gehievt. So dass zu guter Letzt zahlreiche Fahrgaeste einen gemuetlichen, luftigen Platz auf dem Dach des Zuges fanden…
Das war schon ein Erlebnis, das ganze Gewussel und Getuemmel waehrend der Fahrt zu beobachten und die malerische Landschaft, durch die wir so schaukelten, liess uns wirliche ein wenig entspannen. Diese Zugfahrt sei jedem zu empfehlen, der ein wenig Zeit hat.
Gegen Abend schaukelten wir in Thazi an, wo wir im – nach Birgit’s Empfinden – keimigsten Gasthaus unserer Reise naechtigten…. Ich fand die Kakerlaken wirklich putzig und fuehlte mich nicht so einsam…
Leider hat die Katze mir die meiste dieser Dinger einfach weggeschnappt…
Wie wir am naechsten Tag reisten wie die Einheimischen und auch noch tatsaechlich in Bagan ankamen, was wir dort erlebt haben und wie die Reise weiter hin zum Strand ging (wo wir jetzt entspannen), das erzaehlen wir euch das naechste Mal!
Jetzt euch frohes Fest und wir melden uns…
Fahrt nach Bagen mal anders…….
………am nächsten Morgen wollten wir eigentlich recht früh aus den Federn. Zum Einen, weil Birgit nicht so lange in dem Zimmer bleiben wollte und zum Anderen, damit wir recht schnell weiter kommen. Als dann 5 Uhr der Wecker klingelte und wir bemerkten, dass unser Zimmer noch keinen Strom hatte, verschoben wir das Aufstehen aber um 3 Stunden, denn im dunkeln aufstehen und Sachenpacken ist eh doof und ausserdem haben wir ja Urlaub.
Gegen 8 erwachten wir dann……ich ging mit meinen Kumpels, den Kakerlaken, duschen und Birgit brachte es auch fertig sich irgendwie zu waschen und einzukleiden.
Dann gings runter zum Frühstück, die liebe Dame im Hotel gab sich wirklich Mühe uns ein angenehmes Frühstück zu bereiten aber komische verbrannte Reispfladen ohne Zucker die schmecken wie der Zungenbelag, den ich nach dem Aufstehen mit meiner Zahnbuerste erfolgreich bekämft hatte, sind nicht ganz mein Fall. Birgit schaffte es sogar, zu meinem Erstaunen, zwei dieser Dinger zu verspeisen….aber Ihr hättet Ihr Gesicht dabei sehen müssen…..grins.
Gott sei Dank gibt es aber zu jedem Frühstück Bananen, sodass wir doch noch gut gestärkt unsere Reise antreten konnten.
Bis nach Bagan sollte gegen 10 Uhr ein Bus direkt von unserem “Hotel” fahren oder es gab die Möglichkeit vom 10 km entfernten Meiktila aus mit nem Bus zu fahren, wenn wir nicht warten wollten.
Jetzt wissen wir, das es besser gewesen wäre 1,5 Stunden zu warten und den Bus zu nehmen aber wir hatten uns nun mal für die angeblich schnellere Variante entschieden……
Wir bestiegen also ein Pick up, welches uns in ner halben Stunde nach Meiktila bringen sollte, von wo aus wir den Bus nehmen wollten. Leider hatte der Fahrer vergessen zu erwähnen, dass er noch einkaufen musste und ausserdem noch flirten und mit Kumpels am Strassenrand nen Tee trinken. Also brauchten wir für 10 km so ca. 1,5 Stunden und jetzt war es 10 Uhr…..
Das wäre ja nicht so schlimm gewesen, wenn wir wenigstens am Busbahnhof angekommen wären aber angeblich fuhr kein Bus und wir wurden in irgendeiner Seitenstraße auf das nächste Pick up geladen, welches aber schon brechend voll war (hinten ca 15 Mann drin, außen hingen 6 Mann dran und auf dem Dach saßen auf irgenwelchen Kisten und Reissäcken nochmal 10 Personen) Also kletterten wir aufs Auto und dann auf den auf dem Auto befindlichen Gepäckberg und wollten bzw. mussten unsere Fahrt in ca 5 m Höhe ( wusste bisher nicht, dass man Gepäck so hoch stapeln kann) beginnen. Jedoch kam es zuvor noch zu einer kleinen Fahrpreisverhandlung mit dem Fahrer in welcher Birgit knallhart war. Erst wollte der Fahrer 10 $ pro Person für eine Fahrt, wo wir nicht wussten wohin und wie lange sie dauern sollte, Nachdem Birgit Ihm aber mal gehörig die Meinung gegeigt hatte….man war Birgit sauer, weil der uns abzocken wollte….zahlten wir am Ende 1,5$ pro Person und die Fahrt ging los.
Für mich war es ja Abendheuer pur, so oben auf dem gesamten Gepäck bare Birgit sah irgendwie nicht glücklich aus aber da mussten wir jetzt nun mal durch.
Nachdem wir so schon eine Stund unterwegs war und uns die Sonne etwas auf der Haut brannte, denn wir waren ja verdammt nah dran, so in 5m Höhe auf dem Dach, bekam ich dann endlich raus, wohin unsere Fahrt gehen sollte…..Richtung Bagan und so 5 Stunden und dann wären wir am Ziel….aber wie dieses Ziel heisst wusste keiner aber dort sollte es mal wieder nen Busbahnhof geben und diese Hoffnung hielt uns am Leben.
Es wurde heißer und enger auf dem Dach, da man immer mehr Leute aufnahm und so wackelten wir von einem Schlagloch zum nächsten und jedesmal drohte der uns befördernde und überladene Schrotthaufen umzukippen. nach 1,5 Stunden tat uns beiden so der Hintern weh, dass ich, wäre ein Arzt vor Ort gewesen, das Teil auf der Stelle hätte amputieren lassen. Na das hätte doof ausgesehen hinterher….aber war ja keiner da. Irgendwann aber nach 3 Stunden Fahrt ließen die Schmerzen nach und man merkte nichts mehr! Wir hatten den Hintern taub gesessen. Auch eine neue Erfahrung für mich. Die Einheimischen auf unserer rostigen Beförderungamschiene waren trotz der Enge supernett und lieb zu mir und zeigten mir alle möglichen unbedeutenden Sachen am Straßenrand und freuten sich. Birgit konnte sich damit beschäftigen den Blicken eines alten gaffenden Burmesen auszuweichen, der leider nicht begreifen wollte, dass Ihr das sehr unangenehm war. Leider half auch mein Tipp nicht, sie solle doch einfach mal ne Grimasse ziehen…..denn nun fing er an ihr zu zuzwinkern….
Die Fahrt zog sich hin wie Kaugummi und nach ca 4 Stunden durften wir das Dach verlassen und konnten auf der unteren Ladefläche Platz nehmen. Leider war das auch nicht besser, da aufgrund eines Lochs im Auspuff alle Abgase hierher geblasen wurden. Ich hängte mich also außen ans Fahrzeug und da Birgit das nicht wollte, begann sie langsam aber sicher unmengen von Kohlenmonoxyd einzuatmen. Kurz vor Eintritt des Todes kamen wir in einem Ort an, wo keiner wusste wie er hieß….
Aber wir sollten uns auf dem Weg nach Bagan befinden….
Gott sei dank gibt es in Myanmar nicht so viele Straßen und während Birgit etwas Zeit für sich brauchte um etwas runter zu kommen berechnete ich mal eben nach der alten Myanmar Formel:
Momantane Position = Sonnenstand * Fahrzeit * 12 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit * Unsicherheit – Daumen / Gefühl
….unsere momentane Position.
Kyaupadaung
Nun gab es leider ein Problem. Der versprochene Busbahnhof existierte nicht und es fuhren angeblich nur Pick ups.
NEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Wie sollte ich das Birgit verkaufen…..Ich hatte Angst und ließ erstmal nen Pferdewagen kommen, welcher uns bis zur Abfahrtstelle brachte.
Nun hatte ich Birgit soweit wieder in solches Gefährt einzusteigen. Nachdem der Kartenverkäufer uns auch hier wieder verarschen wollte und wir den 10 fachen Preis der Einheimischen bezahlen sollten, für die selben miesen Plätze, platzte auch mir der Kragen…..Darauf gehe ich jetzt aber nicht weiter ein….grins.
Ein Burmese, welchem eine Teashop gegenüber gehörte, bekam den Ärger mit und empfahl uns erstmal seine Laden, wo wir um uns zu beruhigen erstmal ne Cola tranken. Nach den ülichen Fragen, wo wir denn her kamen und wo wir hin wollten, erzählte er uns dass doch ein Bus führen und dieser direkt vor seinem Shop halten wuerde und in ca 1,5 Stunden anbführe.
Uns fiel ein Stein vom Herzen……wir mussten nicht wandern und auch nicht den Wucherbetrügerpickuppreis bezahlen. Der Bus im üblichen heruntergekommenen Myanmarstyle kam auch wirklich und brachte uns innerhalb von 2 Stunden dann nach Bagan. Hier durften wir wieder an die Regierung pro Person 10$ abdrücken um in das Gebiet um Bagan einzureisen und wurden dann von dem überaus netten Busfahrer sogar bis direkt vor die Bungalowanlage gefahren, in welcher wir nächtigen wollten.
Busfahrer- danke für den kleinen Umweg,den Du extra wegen uns gefahren bist!!!!
Wir fanden ein wirklich schönes Zimmer und ließen den Tag bei einem leckeren burmesischen Essen und Bier ausklingen um dann völlig k.o. mit taubem Hintern ins Bett zu fallen.
Bagan…einfach traumhaft….
….am nächsten Morgen wurden wir dann wach…und wir spürten auch unsere Hinterteile wieder….und suchten bei einem leckeren Frühstück nach einer Möglichkeit, wie wir Bagan an einem Tag besichtigen konnten, ohne irgendetwas wichtiges zu verpassen. Zur Wahl standen….Fahrrad und Pferdewagen….Fahrad waren wir schon einmal gefahren…na ja…unsere Hinterteile hatten sich über Nacht erholt…aber nochmal Schmerzen am Poo. Ja ich weiß es gibt Leute die stehen drauf….aber wir dann doch nicht. Also fiel die Wahl auf den Pferdewagen, welcher sogar ein gepolsterte Sitzfläche hatte. Der Wagen inklusive Fahrer …oder besser Kutscher…kostete 8000 Kyat (gesprochen Tschad), ungefähr 7$ für einen ganzen Tag. Das war okay! Ausserdem hatten wir den großen Vorteil, dass der Kutscher schon wissen würde welche alten Tempel, Stupas und Pagoden interessant seien. Somit konnten wir uns nach dem Stress der letzten Tagen mal vollständig entspannen und während wir so umherkutschiert wurden, den sonnigen Tag genießen.
Auf gings..rauf auf die Kutsche und nach ca. 15 minuten erreichten wir den ersten Tempel. Dieser war schon sehr beeindruckend und obwohl es ein kleiner Tempel war, war die Aussicht, nachdem wir ihn erklommen hatten einfach der Wahnsinn. Wir hatten den Blick über eine Ebene, die eine Ruhe ausstrahlte…das es nicht mal möglich gewesen wäre heimlich zu pupsen….oder besser…dass man sogar hätte unsere Gedanken hören können, wenn wir in diesem Augenblick nicht so überwältigt gewesen wären und uns in der Lage befunden hätten zu denken…was mir ja auch ohne, dass ich überwältigt bin schon manchmal sehr schwer fällt. Aber dafür kann ich um so besser heimlich……..aber lassen wir das!
Nachdem wir uns nun wieder gedanklich gesammelt hatten, schossen wir fürs Erste mal so eben hundert Fotos,
um dann das innere des Tempels zu erkunden.
Hier waren alte Wandmalereien zu sehen auf denen Ochsenkarren, Schiffe aber auch buddhistisch religiöse Motive zu sehen. Alles erstaunlich gut erhalten. Was besonders erstaunenswert war, die Motive von Bauern auf dem Feld und Fischern bei Ihrer täglichen Arbeit, sowie einige dargestellte alltäglich Situationen schienen sich nicht besonders von der erlebten Realität im Lande zu unterscheiden. Und das, obwohl die Zeichnungen teilweise über zweitausend Jahre alt waren. Es war einfach überwältigend zu bemerken, wie wenig sich scheinbar in den Letzten zweitausend Jahren in diesem Land verändert hatte, während sich einige Teile der Welt in den letzten zweihundert Jahren drastisch verändert hatten.
überwältigt von all diesen wunderbaren Eindrücken ging es dann weiter von Pagode zu Pagode und wir wurden nicht müde. Wir wollten einfach so viel wie möglich sehen an dem einen Tag den wir hier hatten. Ja ich weiß typisch deutsch……Land erkunden im Akkord…..aber wir können es nicht ändern…da Urlaub ein äußerst begrenztes Zeitgut ist.
Gegen Mittag hatten wir mal wieder richtig Lust auf burmesisches Essen und fanden dann schließlich auch nen Burmesen der wirklich lecker kochte. In Berlin sucht man da länger, wenn man burmesich essen will…..
Nach dem Essen gings dann weiter durch zahlreiche Tempelanlagen, wo wir auch die Gelegenheit nutzten uns mit Souveniers einzudecken. Uns blieb auch nichts anderes übrig!
Auch wenn es sonst im Land noch nicht so ist wie am Strand der Türkei…..in Bagan an den großen Tempeln oder Pagoden scheint man den Dreh so langsam raus zu haben Touristen zu belagern, bis sie endlich ihre Dollars heraus holen und shoppen bis der Arzt kommt. Zu den Souvenierverkäufern gesellen sich dann auch noch einge Kinedr die ihr Schulenglisch auch noch nie getestet haben und die Gelegenheit dann, wo man doch schon mal hier ist, nutzen möchten…..hello….my name is…..im 14 years old….where are you from….oh nice country…..how long you stay here…..um dann wieder von vorn zu beginnen und das ganze mit den anderen Kindern im Kanon anzustimmen…..ich liebe Kinder jetzt nach diesem Erlebnis wirklich, wirklich, wirklich noch mehr und will unbedingt auch welche haben!!!! …………………………………………………….Nur weiß ich noch nicht genau wann!!!!!…..und nicht so viele wie mich dort belagert haben und wenn Sie beginnen englisch zu lernen fahre ich in den Urlaub….vielleicht wieder nach Myanmar….Bagan!
Im späteren Verlauf des Tages besichtigten wir noch eine Lackware Manufaktur. Hier werden auf geflechte aus Bambus so viele Lackschichten aufgetragen, bis komplette Gefäße, Teller etc. entstehen. Anschließend wird alles reich verziert und verkauft. Wobei es hier erhebliche Preisunterschiede und Qualitäten gibt.
Gegen Abend sollten unsere Baganrundfahrt und wir noch ihren Höhepunkt erleben….der erste von zweien an diesem Tag….grins…..
Wir fuhren zu einer recht hohen Pagode und bestiegen diese um den Sonnenuntergang zu beobachten. Wirklich Wahnsinn diese im oberen Teil beschriebene, malerisch ruhige Ebene in ein rotes Sonnenlicht getaucht zu beobachten und einfach mal wieder die Zeit zu vergessen um sich voll dem Augenblick hinzugeben.
Leider kann ich jetzt nicht weiter sentimental auf die Stimmung eingehen, da ich sonst von meinen Kumpels für weich gehalten werde….und auch wenn ihr Frauen das nicht versteht. Aber kein Mann will von seinen Kumpels für weich gehalten werden. Sorry!
Gemütlich kutschierten wir nach untergegangener Sonne in unser Hostel und verbrachten nach dem Abendessen den Abend im Bett um am nächsten morgen mit Bagan Air an den Ngapali Beach zu fliegen.
Ngapali Beach…… endlich Entspannung
….morens erwachten wir in aller Frühe, denn heute sollte es ja endlich an den Strand gehen. Also aufgestanden Klamotten angezogen, Duschen weggelassen ( sind ja gleich am Meer), Rucksack übergeworfen und ab ins Taxi. Am Wald und Wiesenflughafen von Bagan angekommen hatten wir noch etwas Zeit zum entspannen….oder besser gesagt wir waren zu früh und mussten warten. Beim Check-in bekamen wir einen schönen Air Bagan Aufkleber auf unsere T-Shirts, damit wir ja nicht vergessen würden, dass wir eingcheckt hatten und auch bei der richtige Gesellschaft in den Flieger stiegen. Tja…es war immnoch etwas Zeit bis der flieger endlich abhob. Diese nutzten wir um uns die Leute genauer anzusehen die da so mit uns unterwegs waren. Da sind die Deutschen jenseits der vierzig die eine organsierte Reise gebucht haben. Geil…alle angezogen wie im tiefsten Afrika auf Safari. Schön sind auch die modischen Westen der Marke ” sieht scheiße aus aber passt alles rein was auch ne Frau in Ihrer Handtasche mit sich rumtragen würde”, die die Männer tragen. Die Dinger kenne ich hierzulande immer nur von Zivilpolizisten.Ja und dann sind da noch Tennissocken und Sandaletten…..einfach schön anzusehen.
Dann war da noch der Engländer, der leicht verwirrt war und sich bei jedem Flgaufruf in die Warteschlange einreihte um dann vom Bordticket entwertenden Flughafenpersonal darauf hingwiesen zu werden, dass dies nicht sein Flug sei. Daraufhin setzte er sich wieder auf die orangene Wartebank, verstand seine kleine Welt nicht mehr, um beim nächsten Aufruf selbiges Spiel nochmal zu treiben.
Ja, auch so kann die Zeit vergehen und ganz nebenbei bleibt man in Bewegung.
Eine Frage stelle ich mir jedoch seitdem…..Ist BSE doch auf den Menschen übertragbar oder macht Inselleben bei ständigen Regenfällen einfach ein wenig crazy?!
Jedenfalls wurde unser Flug aufgerufen und der Engländer stand wieder mit auf. Wir betraten das Flugzeug, der Engländer nicht.